Ultraleichtbergtour Korsika – Teil 5/7 – Über den Monte Rotondo
Donnerstag, Dezember 11th, 2008Do, 4. September 2008 – Monte Rotondo
Mit einem heftigen 300m-Aufstieg
beginnt die heutige Kurzetappe und schon stehen wir ganz oben auf
korsikas zweithöchstem Berg – dem ca. 2622 Meter hohen Monte
Rotondo. Wären wir heute wieder bei Morgendämmerung
gestartet, wären wir wohl die ersten gewesen. Aber so werden wir
oben von einem Dauertelefonierer freundlich begrüßt.
Während wir einen Müsliriegel kauen, coole Höhepunktbilder
schiessen und uns den letzten Schluck aus dem Flachmann teilen
erzählt der Telefonmann vom Gipfel herab seiner Geliebten die
Legende vom Capu Tafunatu.

Noch einige Zeit verbringen wir hier
oben und lüften die Füße (Neuankömmlinge fragen,
ob wir barfuß auf den Berg gestiegen sind …). Bevor der
Gipfel völlig überfüllt ist, machen wir uns wieder auf
die Socken: Ein steiler Abstieg folgt, durch loses Gestein und feines
Geröll äußerst rutschig. Das geht locker eineinhalb
Stunden so, dann wird es etwas angenehmer. Wir suchen uns den Weg an
kleinen Schneeflecken vorbei, durch das typische Erlengebüsch
und über riesige Felsplattn.
Der mächtige Rotondo mit
seinen malerischen Steilhängen fordert während des
Abstieges immer wieder einen langen Blick über die Schulter. Am
Lavu Del’ Oriente bleiben wir mal wieder begeistert stehen. Der See,
seine kleinen Zuflüsse aus klarem kalten Gebirgswasser, der
Ausblick, das Wetter – alles passt wieder!
Wir brauen uns
ausnahmsweise am hellichten Mittag Kaffee. Die Suche nach einer
Konditorei (Bock auf Käsesahnetorte) verläuft ins Leere.
Naja, Müsliriegel Geschmacksrichtung Erdbeere und Sanddorn
passen ja auch so halbwegs zum Kaffee. Aus energietechnischen Gründen
hätten wir heute gar keinen Müsliriegel mehr benötigt
– locker schlendern wir noch etwas um den See, beobachteten eine
vorbeiziehende Ziegenherde, versuchen Korsikaforellen zu fangen etc.
…

Gegen Abend ziehen dunkle Wolken auf
und der Wind wird immer stärker. Wir bauen aus
sicherheitsgründen das Rajd auf – alle Leinen straff gespannt.
Bei Einbruch der Dunkelheit beginnt es zu regnen und zu stürmen.
Nach einem kleinen Nachtspaziergang zur nahen Bergkante mit
Handyempfang,
ziehen wir uns ins Zelt zurück und versuchen zu
schlafen. Earplugs sind nun das Wichtigste Tool – trotz straf
gespanntem Zelt flattern die Stoffbahnen so stark im Wind, daß
man durch den riesen Lärm sein eigenes Wort nicht mehr versteht.
Und der Sturm sollte noch wilder werden.
Die Nacht im stark gestressten und gepeinigten Hilleberg war dann doch halbwegs ok.
Ab
und an drückten zwar starke Sturmböen einem die Zeltbahn
ins Gesicht, aber das Rajd blieb stabil und dicht und wir trocken und
warm :)

Es begab sich vor einigen Monaten, genauer im März, da
Das duchdachte Reflektorsystem (das Licht einer 1W-LED wird im Lampenoberteil von einem Spiegelsystem in flachem Winkel nach unten gestreut) bewirkt eine weite und gleichmäßige Ausleuchtung der nahen Umgebung. Wie üblich bei Laternen, ist direkt unter der Lichtquelle ein Schatten, aber im Zelt oder im Baum hängend bietet die Orbit auch mehreren Personen genug Lich für’s Lesen, Schreiben, Spielen etc.
